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Klezmer chidesch
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"Klezmer chidesch" (Klezmer Wunder) bringt mit rasantem Spieltempo
die heiterste und herzergreifendste Stimmung in jeden Musiksaal. Dabei bringen die vier
Musikerseelen Nostalgie, Melancholie, Liebe und Heiterkeit in einem Lebensgefühl zusammen:
Dem Klezmer. Ihre Klezmermusik ist besonders facettenreich, da alle vier Musiker über eine
professionelle Musikausbildung und langjährige Erfahrung verfügen.
Sie mixen klassische Elemente mit fetzigen Jazzrhythmen und lassen auch Improvisationen
aus chassidischen Melodien und jüdischen Volksliedern in ihre Musik einfließen. Klezmer chidesch
ist bereits international bekannt, es nahm und nimmt an zahlreichen Wettbewerben im In- und Ausland
teil und erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. eine Einladung zum "Festival de l'Imaginaire" im
April 2005 nach Paris als Sonderpreis des Wettbewerbs "Musica vitale" in Berlin 2004).
Jossif Gofenberg (Akkordeon, Gesang)
2004 Gründer der Klezmergruppe "Klezmer chidesch".
2000 bis jetzt Jüdische Volkshochschule Berlin. Lehrer für jüdische
Lieder im Kurs "Lo' mir alle singen". 2000 bis jetzt Koordinator des Klezmer Zentrums
der Musikschule Berlin-Mitte, 1998-1999 Maxim-Gorki-Theater, Berlin Musiker und Schauspieler
im Theaterstück "Väter und Söhne". 1995 Puppentheater
"Kaleidoskop" Musiker und Schauspieler. 1994-1996 Bezirksamt Berlin-Neukölln,
Kinderklub, Musiklehrer. 1994 "Bar jeder Vernunft", Berlin. Akkordeonspieler und Leiter
des Orchesters beim gemeinsamen Auftritt mit "Atze" Artur Brauner, Filmproduzenten.
ZDF, Sendung "Nachbarn", im Film "Porträt. Jossif Gofenberg".
1991-1993 Jüdische Gemeinde zu Berlin, Musikbegleiter der Kindergruppe "Gita".
1991-1999 Gründung und Leiter der Klezmer-Band "Zeit 2" Preisträger des
.Inter.Klezmer Festival, Sevad, Israel, 1992. 1990 Auswanderung nach Deutschland.
"Musik war immer schon präsent in Jossif Gofenbergs Leben. Als er sechsjährig
eines Tages krank im Bett lag, brachte ihm sein Vater ein kleines Akkordeon mit. Der Junge stand
auf und wollte sofort spielen. Der Vater sagte, er wäre krank, er könne noch nicht
aufstehen. Der junge Jossif erwiderte jedoch, dass er schon gesund sei. Die Musik habe ihn gesund
gemacht. Seitdem ist für ihn Musik der Inhalt seines Lebens." Der Spiegel 40/1995
Igor Sverdlov (Klarinette)
Geburtsdatum: 21.07.1948. Geburtsort: Lepel (Weißrussland) Schulausbildung:
1955-1966 Grund- und Mittelschule in Lepel, Abitur. Musikalische Ausbildung: 1970-1973 Musikfachschule des
Leningrader Staatlichen Konservatoriums "N. A. Rimski-Korsakov". Fachrichtung Klarinette.
Diplom. 1976-1981 Staatliches Konservatorium "N. A. Rimski-Korsakov". Fachrichtung Saxophon.
Diplom. 1982-1985 Doktorant am Staatlichen Konservatorium "N. A. Rimski-Korsakov". Fachrichtung
Saxophon. Diplom. Arbeitstätigkeit: 1973-1976 Klarinetten-, Saxophonlehrer sowie Dirigent an der
Musikschule Iwangorod (Russland). 1981-1983 Saxophonlehrer an der Hochschule für Kultur, St.
Petersburg. 1985-1996 Musiker des Orchesters von "Lenkonzert", Musikschullehrer. 1996
Auswanderung nach Deutschland. Seit 01.04.1997 Musiker beim Orchester der Volkswagen AG.
Pan Mareck (Schlagzeug)
Pan Mareck ist Absolvent der Glinka-Spezialmusikschule in Minsk,
Fachrichtung Zimbel. Er ist Gewinner mehrerer Zimbelwettbewerbe in Minsk,
Moskau und Kiew. Er konzertiert mit großem Erfolg in vielen verschiedenen
Ländern. Sein umfangreiches Repertoire erlaubt ihm eine virtuose Handhabung
der verschiedenen Musikstile. Als Zimbelspieler in der dritten Generation setzt er die
Tradition seiner Vorfahren erfolgreich fort.
Alexander Franz (Kontrabass)
Alexander Franz wurde in Kasachstan geboren und wuchs in Sibirien auf.
Bereits mit 14 Jahren spielte er in einer Band. Nach dem Abitur studierte er
Musik an der sibirischen Musikhochschule in Kemerovo. Mitte der 80er Jahre
begann er seine Arbeit als Dozent an der gleichen Musikhochschule in Kemerovo.
Seit 1996 lebt Alexander Franz in Berlin, wo er sich schnell als gefragter
Jazzmusiker etabliert hat.
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Was ist Klezmer?
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Klezmer-Musik, die tanzt, die singt, die die Freude und Trauer des Lebens zum Ausdruck
bringt. Eine Musik, so fruchtbar und vielfältig wie die osteuropäische jiddische Kultur, aus
der sie entstanden ist. Sie ist ein Spiegel, der den Einfluss rumänischer, ukrainischer,
polnischer, russischer, ungarischer, griechischer und türkischer Sensibilität auf die jüdische
Imagination wieder erkennen lässt. Sie wurde von den großen Auswanderungswellen
osteuropäischer Juden in die ganze Welt um die Jahrhundertwende mitgetragen. In den
leidenschaftlichen Liebesliedern, den heiteren Hochzeitstänzen, den Balladen über
historische Ereignisse, den politischen Hymnen und Widerstandsliedern mischten sie
die Melodien und Rhythmen der ganzen Welt zusammen.
Zum Terminus "Klezmorim"
Das derzeit bekanntere Wort "Klezmer" war mehr im Osten Europas verbreitet, bevor es
vermittelt über Israel und die USA seit den 70er Jahren global adoptiert wurde. In der Bibel
ist bereits das Wort "Kle" die gebräuchliche Vokabel für ein Musikinstrument gewesen. In der
rabbinischen Literatur wurden Instrumente zur Gesangsbegleitung "Klezmer" genannt. Diese
Bezeichnung für das Werkzeug wurde auf dessen Benutzer übertragen, die innerhalb und
außerhalb des Ghettos vor allem als Spielleute bei Verlobungen, Hochzeiten und anderen
Feiern ihrem Gewerbe nachgingen.
Das 19. Jahrhundert eröffnet vielen Juden die Möglichkeit, die Elendsquartiere zu verlassen,
die ihnen im zaristischen Russland und in Österreich-Ungarn zugewiesen worden waren. Ihr
Ziel war zuerst und vor allem Amerika. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts sind es etwa 4,5 Millionen,
die es geschafft haben, in die Neue Welt zu kommen. Die Mehrheit der Auswanderer
versuchte, in Deutschland die Auswandererschiffe zu erreichen. Nicht wenige führt ihr Weg
nach Berlin, manche bleiben hier. In Berlin sind die Juden Bürger wie andere auch. Berlin
ist aber nicht nur Wirtschaftzentrum und Kulturzentrum Deutschlands, zu Beginn des 20. Jahrhunderts
ist die Stadt auch eine der Metropolen der modernen Kunst. Nicht zuletzt ein Attraktionspunkt für
jüdische Künstler aus dem Osten Europas. Sie leben bevorzugt in bestimmen Wohnbezirken. Noch
vor der Jahrhundertwende sind die Juden vor allem auf ihre traditionellen Wohnbezirke in der
Stadtmitte beschränkt. Die ärmsten Juden - unter ihnen viele aus Osteuropa - leben im Norden
des Verwaltungsbezirks Berlin-Mitte mit dem "Scheunenviertel" am Alexanderplatz, während die
Mittelschicht langsam von Tiergarten nach Charlottenburg, Schöneberg und Wilmersdorf zieht.
Und das bedeutet, dass die Klezmermusik meistens im Bezirk Mitte gespielt wurde.
Klezmermusik
Die traditionelle Instrumentalmusik der Juden Osteuropas wurde durch den Holocaust und
durch Stalin fast völlig zerstört. in den Nachkriegsjahren bauen die Überlebenden der Chassidim
(Jüdische Volksbewegung) wieder traditionelle Klezmermusik auf. Anfang der 70er Jahre löste das
so genannte Klezmer-Revival wieder ein breiteres Interesse am traditionellen osteuropäischen
Klezmer-Stil aus. Das Problem ist vor allem, dass man immer auf der Suche nach Musikern ist, die
das können. Im Vergleich zur klassischen Musik, wo es unzählige gut ausgebildete Musiker gibt, gibt
es in der Klezmermusik nur sehr wenige Musiker mit einer fundierten Klezmer-Ausbildung.
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